Gesundheitberatung für Frauen aus von FGM betroffenen Ländern

Ausgangslage
Weibliche Genitalverstümmelungen - meist bei Mädchen vorgenommen - führen neben einer Vielzahl an akuten Komplikationen auch zu massiven körperlichen und psychischen Langzeitfolgen. In Wien weisen ca. 1.900 Frauen, die aus einem Land mit häufigem Vorkommen von FGM stammen, ein potenzielles Risiko auf (Wiener Frauengesundheitsbericht, 2006).

Ziele/Zielgruppe
Das Angebot richtet sich in erster Linie an Frauen und Mädchen aus afrikanischen Ländern sowie aus arabischsprachigen Regionen. Im Mittelpunkt dabei stehen Frauen und Mädchen, die von FGM bedroht oder betroffen sind. Mit dem Angebot können auch Angehörige und MultiplikatorInnen unterstützt werden, die mit der Thematik konfrontiert sind.

Maßnahmen

  • Telefonisches Info-Service und Beratung
  • Gesundheits- und Sozialberatung
  • Krisenintervention
  • Durchführung von Vorträgen und Workshops
  • MultiplikatorInnenschulungen
  • Vernetzung mit relevanten Communities und Organisationen

    Ergebnisse
    Im Folgenden eine kurze Übersicht über die Aktivitäten im Jahr 2009:
  • 662 Beratungsgespräche mit 96 Frauen aus 23 verschiedenen Herkunftsländern haben stattgefunden – diese kamen vor allem aus Somalia, Ägypten und Nigeria.
  • 45 Gesundheitsvorträge wurden in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französich, Somali und Benin durchgeführt – die Themen reichten von gynäkologischen
    Untersuchungen über FGM bis hin zu Kindergesundheit und psychischer Gesundheit. Aus aktuellem Anlass gab es auch eine Informationsveranstaltung zum
    Thema „Umgang mit der Schweinegrippe“
  • 11 Fortbildungsveranstaltungen für MultiplikatorInnen (ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, BeraterInnen, etc.) wurden vor allem in Kooperation mit NGOs
    im Migrationskontext durchgeführt. Dabei konnten 371 TeilnehmerInnen verzeichnet werden. Die vom Wiener Programm für Frauengesundheit (MA 15)
    durchgeführte internationale Fachtagung „Weibliche Genitalverstümmelung (FGM): State of the Art der medizinischen Behandlung und Prävention“ wurde
    inhaltlich und organisatorisch mitgestaltet.
  • Die Vernetzungsarbeit mit Institutionen und MedizinerInnen, die mit Frauen der Zielgruppe arbeiten, wurde – auf nationaler und internationaler Ebene - weiter
    intensiviert.

    Resümee
    Das Frauengesundheitszentrum FEM Süd wird erfreulicherweise von Frauen verschiedenster afrikanischer und arabischer "Communites" als Anlaufstelle in Anspruch
    genommen. Neben der Bereitstellung des Beratungsangebots erfolgte mit der Etablierung einer engen Kooperation mit der Krankenanstalt Rudolfstiftung
    auch ein großer Schritt im Hinblick auf eine optimale medizinische Versorgung von Frauen, die von FGM betroffen sind. Das Interesse an der Thematik der weiblichen Genitalverstümmelung ist auch bei MultiplikatorInnen im Gesundheits- und Sozialwesen nach wie vor sehr groß – die Anfragen nach Vorträgen bzw. Workshops nehmen nach wie vor zu und diese werden bereits aus ganz Österreich an uns herangetragen.

    Kooperati Kooperation und FördergeberInnen
    MA 17, MA 57

    Laufzeit
    Seit September 2007 laufend

    Leitung
    Mag.a Hilde Wolf
    (Kontakt: Email; telefonisch)



    Folder Gesundheitsberatung f. afr. u. arab. Frauen (PDF 2.312 KB)


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