BGF
 
       
 

„GESUND ARBEITEN OHNE GRENZEN“ 3
Geschlechtssensible und interkulturelle betriebliche Gesundheitsförderung für Reinigungskräfte im Wiener Krankenanstaltenverbund

Ausgangslage

Das Pilotprojekt „Gesund arbeiten ohne Grenzen“ ist das erste explizit gender- und kultursensible Projekt der betrieblichen Gesundheitsförderung in Österreich und erfolgt für die Zielgruppe der Hausarbeiterinnen in Krankenhäusern. Diese interkulturelle, sozial benachteiligte Gruppe hatte oftmals u.a. aufgrund geringer Sprachkenntnisse keinen Zugang zu Projekten der betrieblichen Gesundheitsförderung. Studien weisen hier allerdings die höchsten Belastungen auf. Die bisherigen Projektdurchgänge erreichten die Zielgruppe, die interkulturelle, frauenspezifische Arbeit erwies sich als zielführend. Das Projekt „Gesund arbeiten ohne Grenzen“ 3 wird von September 2009 bis August 2012 durchgeführt und vom Fonds Gesundes Österreich, dem Wiener Krankenanstaltenverbund und der Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH, finanziert.


Bisherige Projektdurchgänge

Das Projekt „Gesund arbeiten ohne Grenzen“ 1 wurde im Zeitraum Mai 2006 bis April 2007 in folgenden Spitälern umgesetzt:

• Dep. Ignaz Semmelweis-Frauenklinik, KA Rudolfstiftung
• Kaiser Franz Josef Spital, SMZ Süd

„Gesund arbeiten ohne Grenzen“ 2 erfolgte im Anschluss (Laufzeit: September 2007 bis Februar 2009) in folgenden Häusern:

• Kaiserin Elisabeth Spital
• Serviceeinheit Wäsche und Reinigung
• Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel


Zielgruppe

Gering qualifizierte Frauen, die im Krankenhaus und/oder Geriatriezentrum des Wiener Krankenanstaltenverbundes im Bereich Reinigung und Wäscherei tätig sind. Dabei werden insbesondere Migrantinnen angesprochen.

Setting

Das Frauengesundheitszentrum FEM Süd bietet Frauen, die oftmals sozial benachteiligt sind, zusätzlich einen Migrationshintergrund aufweisen und in ausgewählten Wiener Krankenanstalten als Hausarbeiterinnen arbeiten, die Möglichkeit bei Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung partizipativ mitzuwirken.


Projektziele

•   Grundlegendes Projektziel ist die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens und Arbeitsplatzzufriedenheit, sowie des Empowerments der Hausarbeiterinnen
•   Gender- und kultursensible betriebliche Gesundheitsförderung für Hausarbeiterinnen
•   Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung von sozial benachteiligten Frauen auf Gesundheitsvorsorge und -verhalten
•   Darstellung des Gesundheitszustandes und -verhaltens der Hausarbeiterinnen auf Basis einer umfassenden Analyse (Fragebogenerhebung, Gesundheitszirkel) in Muttersprache
•   Partizipative Auswahl von maßgeschneiderte Gesundheits-förderungsangebote für Hausarbeiterinnen
•   Stärkung der Ressourcen und Kompetenzen der Mitarbeiterinnen nach dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“
•   Unterstützung der Betriebe zur Schaffung gesundheitsförderlicher Verhältnisse. Verbesserung der Befindlichkeit, des Arbeitsklimas und des Umgangs mit Belastungen am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung struktureller innerbetrieblicher Strukturen
•   Langfristige Absicherung der Gesundheitsförderung im Betrieb


Projektmaßnahmen

•   Erhebung des gesundheitlichen Lebensstils und der Arbeits-bedingungen der Zielgruppe mittels Fragebögen in Muttersprache. Auf Gendersensibilität wird besonderer Wert gelegt.
•   Durchführung von muttersprachlichen Gesundheitszirkeln.
•   Auf Basis der Ergebnisse der Erhebung und der Gesundheitszirkel werden maßgeschneiderte Angebote für den jeweiligen Betrieb entwickelt und umgesetzt. Lösungsansätze finden sowohl auf der Verhaltens- als auch auf der Verhältnisebene statt und stets unter Berücksichtigung des Genderaspekts.
•   Auf der Verhaltensebene können aus mehreren gesundheitsförderlichen Angeboten gewählt werden (Ernährungs- und Bewegungskurs, Erziehungsberatung, psychologische Beratung, Sozialberatung,...). Mit Hilfe der Steuerungsgruppe des jeweiligen Betriebes werden strukturelle Veränderungen im Arbeitsprozess umgesetzt.
•   Pro Institution wird mind. eine Hausarbeiterin zur „Gesundheitsbeauftragten“ ausgebildet, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
•   Sensibilisierungs-Workshops zum Thema „Gesundes Führen“ für direkte Vorgesetzte der Hausarbeiterinnen.
•  Schulungen und Sensibilisierung von KAV-internen AkteurInnen der Gesundheitsförderung auf die Dimensionen Gender und Diversity. TeilnehmerInnen können z.B. AnsprechpartnerInnen für Gesundheitsförderung, Qualitätsmanagement oder arbeits-medizinischer Dienst sein.
Verbreitung der Projektergebnisse und Erfahrungen im breiten öffentlichkeitswirksamen Rahmen einer Abschlusskonferenz.
Externe Evaluierung aller Aktivitäten vom Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research.


Projektteam

Das Projektteam setzte sich aus folgenden Mitarbeiterinnen des FEM Süd zusammen:
(v. li nach re)

bgf team Mag.a Karin Korn:
Projektmanagement, Evaluation, Berichtslegung und deutschsprachige Gesundheitszirkelmoderation
Mag.a Huberta Haider:
Projektleitung und Öffentlichkeitsarbeit
Slavica Blagojević:
b/k/s-sprachige Projektkoordination und -management, mehrsprachige Gesundheitszirkelmoderation


Ansprechpartnerin


Frauengesundheitszentrum FEM Süd
Mag.a Huberta Haider
Kundratstraße 3
A – 1100 Wien
Tel: +43/1/60 191-5208
Mail: huberta.haider[at]wienkav.at


Rückmeldungen

BGF  <Visuelle Eindrücke >

„Die Hausarbeiterinnen sind innerlich um 3 cm gewachsen, sie sind jetzt viel selbstbewusster.“
(Hausaufsicht)

„Ein schönes Projekt – eines, wo wirklich mal was passiert ist.“
(Arbeitsmedizinischer Dienst)

„Es ist so wichtig, dass für diese Berufsgruppe endlich was getan wird.“
(Verwaltungsdirektion)

„Fühle mich leichter durch die Aussprache und Mitarbeit.“
(Hausarbeiterin; Gesundheitszirkel)

„Der Kurs ist ausgezeichnet, würde mich sehr freuen wenn der Kurs weiterhin angeboten wird.“
(Hausarbeiterin; Wirbelsäulengymnastik)

„Bitte mehr von diesen Gesprächen mit geschulten Leuten.“
(Hausarbeiterin; Kommunikationskurs)

„Dieses Projekt ist wie für mich gemacht – bei mir hat sich wirklich viel verändert.“
(Vorarbeiterin)


in Kooperation mit:

Fonds Gesundes Österreich       Wiener Krankenastaltenverbund       Wiener Gesundheitsförderung