"Gesund in allen Sprachen" -
Gesundheitsinformation für MigrantInnen
Ausgangslage
Die gesundheitlichen Dienste der Stadt Wien haben sehr vielfältige Angebote für die Wiener
und Wienerinnen mit und ohne Migrationshintergrund. Jedoch ist oft aus verschiedenen
Gründen deren Nutzung bzw. Zugang erschwert. Sprachliche oder kulturelle Barrieren im
Zugang zur Gesundheitsversorgung führen zu unter- oder überdurchschnittlicher
Inanspruchnahme, Fehlbehandlung oder häufigem Arztwechsel (Österreichischer
Frauengesundheitsbericht, 2005). Dazu kommen massive Informationsdefizite über die
Möglichkeiten der gesundheitlichen Versorgung in der nicht-deutschsprachigen
Bevölkerung zum Tragen. Deren Gesundheitskompetenz ließe sich fördern, indem Angebote
des Gesundheitssystems für nicht-deutschsprachige BürgerInnen „lesbarer“ gemacht
werden (vgl. Kickbusch, 2006). Um für MigrantInnen den Zugang zu Prävention und Gesundheitsförderung zu erleichtern, bedarf es niederschwelliger und aufsuchender
Informationsangebote.
Bei vorliegendem Projekt wurden daher 5 Gesundheitsbereiche mit je 3 Untermodulen
themenspezifisch gebündelt und konnten von Vereinen und Institutionen im „Paket“
gebucht werden:
1. Gesunder Lebensstil: Ernährung/Bewegung; Diabetes; Vorsorgeuntersuchungen
2. Frauen- und Männergesundheit: Gynäkologische Vorsorge, Brustgesundheit und
Wechseljahre;
Verhütung, Sexualität, AIDS und Hepatitis;
Männergesundheit/Prostatavorsorge
3. Kindergesundheit: Impfungen; Kinderkrankheiten; Vorsorge
4. Psychische Gesundheit: Psychische Erkrankungen (Ängste, Depressionen); Süchte
(Alkohol, Rauchen, Drogen); Psychosomatik/Psychosoziales
5. Allgemeinmedizin: Krebserkrankungen; Zahngesundheit; Erste Hilfe; Sonstiges
Ziele/Zielgruppe
Übergeordnetes Ziel des Projektes war auch 2009 Informationsvermittlung und
Bewusstseinsbildung im Hinblick auf Angebote und Nutzung von
75
Gesundheitsvorsorgedienstleistungen der Stadt Wien. Langfristig soll dadurch die
Inanspruchnahme von Gesundenuntersuchungen bei MigrantInnen erhöht werden.
Durch die Weitergabe eines muttersprachlichen ReferentInnenpools bzw. die kontinuierliche
Zusammenarbeit und Vernetzung mit MigrantInnen-Institutionen sollen die vorhandenen
interkulturellen Kompetenzen im österreichischen Gesundheitswesen besser genutzt und
sichtbar gemacht werden.
Zielgruppe waren Frauen und Männer mit Migrationshintergrund, die in Wien leben,
insbesondere jene, die bislang von diesen Angeboten aufgrund diverser Barrieren (z.B.
sprachlicher) nur in geringem Maße profitierten.
Maßnahmen
Durchführung mehrsprachiger Gesundheitsvorträge (Vortragsreihen bzw. Gesundheitstage)
Ergebnisse
Im Jahr 2009 fanden 306 Vorträge in 10 Sprachen (Arabisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch,
Chinesisch, Deutsch - für multikulturelle Gruppen -, Englisch, Russisch, Persisch, Somali,
Türkisch, Urdu/Punjabi), durchgeführt von mehrsprachigen GesundheitsexpertInnen statt,
die von 12.140 Frauen und Männern besucht wurden. Die Vorträge wurden großteils in
Vereinslokalen, Kulturzentren, Moscheen und Kirchen gehalten. Am häufigsten wurde das
Thema "Allgemeinmedizin" ausgewählt. An zweiter Stelle rangierte das Thema: "Gesunder
Lebensstil" und an dritter Position stand das Thema"Frauengesundheit".
Das mehrsprachige Vortragsprojekt hat sich aufgrund seiner
innovativen Ansätze bewährt. Wichtig ist, positive
Gesundheitspotentiale zu verstärken, außerdem müssen
Gesundheitsförderungsangebote nachgehend und mit den
Communities gut vernetzt sein.
Kooperation und FördergeberInnen
MA 17 – Integrations- und
Diversitätsangelegenheiten
Laufzeit
Jänner bis Dezember 2009
Leitung
Mag.a Kathleen Löschke-Yaldiz
(Kontakt: Email; telefonisch)
Sie können auch gerne das Antragsformular
für einen Vortrag downloaden und es uns faxen, mailen oder per
Post schicken.
Antragsformular